DER FÜHRER FÜR
AUSGEWACHSENE HUNDE
VON EUKANUBA

Auch wenn Ihr Hund kein Welpe mehr ist, können Sie
als Besitzer noch ein Paar Tricks gebrauchen.

Hunde und Kinder zusammen großziehen

Stellen Sie sich vor, Ihr Mann kommt eines schönen Abends nach Hause und eröffnet Ihnen, dass er eine neue Frau mitgebracht hat. Das würde Sie vermutlich schon ein wenig aus der Fassung bringen. Wenn er dann auch noch von Ihnen verlangte, dass Sie Ihre Nebenbuhlerin von jetzt an gefälligst zu respektieren und sich mit ihr anzufreunden hätten, dann würden Sie vielleicht anfangen Töpfe und Pfannen nach Ihrem Angetrauten zu werfen. Wenn wir nun aber einen Hund mit einem neugeborenen Kind konfrontieren, wird dieser zunächst ähnliche
Reaktionen zeigen. Plötzlich steht jemand anders im Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit. Und dann besetzt dieses neue Wesen auch noch den angestammten Platz auf der Couch! Schlimmer noch: Womöglich wird der Hund sogar in der Waschküche weggesperrt, wo er dem seltsamen Jaulen dieses unverschämten Eindringlings nicht mehr Einhalt gebieten kann. Kein Wunder also, wenn das Tier Groll empfindet. In einer solchen Situation gilt es, gleich von Anfang an am Aufbau einer Beziehung zwischen den beiden "Babies" zu arbeiten. Wenn Sie die Sache richtig angehen, dann wird das Kleine mit drei Jahren auf dem Zeus reiten wie ein Pony - und der Zeus wird es gerne mit sich geschehen lassen. Es ist daher wichtig, zunächst den Hund auf das kommende Baby vorzubereiten - und dann in Bezug auf die Beziehung Hund/Kind Regeln und Grenzen zu definieren. Außerdem müssen Sie das Verhalten des Hundes immer genau im Auge behalten, denn Sie können das Tier nicht für sein Verhalten verantwortlich machen. Hier einige praktische Anregungen, wie Sie dies bewerkstelligen können.

Bevor das Kind Zuhause präsent ist

Sie können den Grundstein für die kommende Hund/Kind-Beziehung legen,
bereits bevor das Kind zur Welt kommt.

  • Nehmen Sie Baby Lotions und Shampoos fürs Kind für Ihre eigene
    Körperpflege, damit das Tier mit dem neuen Geruch vertraut wird.
  • Versuchen Sie auch, eine kleine Puppe mit den Baby-Produkten zu
    präparieren und lassen Sie den Hund daran schnuppern.
  • Sobald Sie Zuhause Ihren Säuglingsbereich eingerichtet haben,
    erlauben Sie Ihrem Hund, das Ganze zu inspizieren.
  • Bauen Sie schon einmal das Kleinkindgatter auf, damit er den neu
    abgegrenzten Bereich zu respektieren lernt.

  • Spielen Sie immer mal wieder kurz Aufnahmen mit Babygeschrei ab. Auf
    diese Weise kann das Tier mit den neuen Geräuschen vertraut werden.

Nach der Geburt des Kindes

Sobald Ihr Kind auf der Welt ist, fahren Sie mit dem "Witterungstraining" fort, indem Sie den Hund an den Sachen schnuppern lassen, die vom Neugeborenen aus dem Krankenhaus nach Hause gebracht werden. Der Papa oder ein Verwandter sollen ein Betttuch oder ein beliebiges Textil, mit dem der Wonneproppen in Berührung gekommen ist, mit nach Hause nehmen und dem Hund zur Begutachtung unter die Nase halten. Während der Hund an der "Geruchsprobe" schnuppert, sollte er mit beruhigenden und aufmunternden Worten bei Laune gehalten werden. Geben Sie ihm dabei eine kleine Belohnung, so dass er den Geruch mit etwas Positivem in Verbindung bringt.

Wenn dann der große Tag der Heimkehr aus dem Krankenhaus gekommen ist, gestalten Sie den Empfang Zuhause möglichst unspektakulär, damit das Tier nicht unnötig beunruhigt wird. Verhalten Sie sich dann folgendermaßen:

  • Lassen Sie das Baby beim ersten Auftritt daheim nicht in den Armen der Mama sondern geben Sie es eine Zeit lang an jemand anderen ab. Die frischgebackene Mama soll dann erst einmal den Hund ausgiebig begrüßen.
  • Sobald sich der Wauwau wieder etwas beruhigt hat, soll die Mama den Hund halten. Der Papa nimmt dann das Kleine zum Hund hin, damit der es vorsichtig beschnuppern kann. War das Tier bei dieser Aktion schön brav, hat es sich eine leckere Belohnung verdient. Dies bestärkt seine positive Einstellung zu dem neuen Geschöpf.
  • Sobald das Kleine mal für eine Weile eingeschlummert ist, sollen sich die übrigen Bezugspersonen des Tiers zwischendurch ausgiebig mit dem Hund beschäftigen. Wenn das Baby wieder aufwacht und zu schreien beginnt, beruhigen Sie das Tier, damit es weiß, dass alles in Ordnung ist.
  • Lassen Sie ein Kleinkind nie unbeaufsichtigt mit einem Hund allein, egal wie "gut" sich das Tier mit dem Kleinen versteht. Tiere sind in Ihren Reaktionen nicht berechenbar und blindes Vertrauen ist demzufolge fehl am Platz.

Wenn das Kleine auf Erkundungstour geht

Bereits vor Vollendung des ersten Lebensjahres beginnt das Kind damit, seine Umgebung auszukundschaften. Und schließlich wird es anfangen zu laufen. Das Kleinkind ist neugierig und möchte erleben, was um es herum vorgeht - dazu gehört natürlich auch das Haustier. Es ist daher ratsam, wenn Sie Ihrem Hund während dieser Zeit einen Rückzugsbereich zugestehen, damit er den zudringlichen Händchen entfliehen kann. Stellen Sie ihm sein Futter immer in diesen Rückzugsbereich. Dies ist wichtig, denn Hunde können beißen, wenn sie das Gefühl haben, ihre Nahrung ist in Gefahr.

Die besonderen Herausforderungen während der Kleinkindzeit

Kleinkinder lassen sich leicht ablenken und sind viel in Bewegung, wenn sie mit dem Hund spielen können. Aber die Kleinkindzeit bringt auch neue Probleme mit sich, denn Ihr Kleines hat gewiss eigene Vorstellungen davon, auf was es gerade Lust hat. Und weil das Verhalten sowohl des Kindes als auch des Hundes schwer einschätzbar sind, ist dies die turbulenteste Zeit für Sie als Eltern. Das Kleine möchte wohl mit dem Hund spielen, weiß aber noch nicht so recht, wie es sich diesem gegenüber verhalten soll - und es hat vor allem noch nicht seine Bewegungen und Emotionen im Griff. Hinzu kommt, dass das Kleinkind die Körpersprache des Hundes noch nicht versteht. Es weiß daher nicht, wann es von dem Tier ablassen muss. Das bedeutet für Sie, dass Sie ständig auf der Hut sein müssen, wenn Ihr Kleines nicht gerade schläft. Hier einige Tipps, wie Sie diese etwas stressige Zeit meistern können:

  • Setzen Sie dem Spiel Grenzen. Obwohl man mit Hunden durchaus herumtollen kann, sollte man ihnen nicht zu viel zumuten. Wenn Sie Ihr Kleines fünf bis zehn Minuten mit dem Hund spielen lassen, dann reicht dies wahrscheinlich - es sei denn, Ihr Wauwau ist sehr tolerant. Loben Sie Ihren Hund dafür, dass er sich als Spielgefährte hergibt und belohnen Sie ihn vielleicht mit einem kleinen Leckerbissen, wenn er sich wacker gehalten hat.
  • Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es zu dem Haustier lieb sein kann, indem Sie es an der Hand nehmen und damit den Hund streicheln.
  • Machen Sie Ihrem Kleinen das richtige Verhalten vor, damit es ein Vorbild hat, dem es nacheifern kann. Zeigen Sie vor dem Kind dem Haustier gegenüber, das es seinen gebührenden Platz in der Familie hat und ermahnen Sie den kleinen Sohn oder die kleine Tochter sanft, wenn er oder sie dem Tier gegenüber nicht den gebührenden Respekt entgegenbringt.
  • Lesen Sie Ihrem Kleinen Tiergeschichten vor, damit es frühzeitig lernt, gegenüber den Mitgeschöpfen Einfühlungsvermögen zu entwickeln. Dies ist zweifellos eine anspruchsvolle Erziehungsaufgabe und dauert lange Jahre, aber hier haben Sie die Gelegenheit für einen Anfang. Kinder sind intuitiv und begreifen schnell. Fragen Sie Ihr Kleines, wie sich das neugierige Fritzchen wohl fühlt, wenn es Angst hat oder sich Aua macht. Aber auch der Hund muss seine Lektion lernen.
  • Weisen Sie ihn in seine Schranken, wenn es die Situation erfordert.
  • Denken Sie immer daran: Wenn Hund und Kind beisammen sind, müssen Sie immer ein Auge darauf haben.

Was Sie bei älteren Kindern im Umgang mit dem Hund beachten müssen

Ältere Kinder sind hervorragende Gefährten für Hunde. Sie gehen auf deren Energie und Spieltrieb ein. Und genauso gilt: Hunde sind tolle Kumpel für Kinder, von denen sie Einfühlungsvermögen, Mitgefühl und Verantwortung lernen können. Aber andererseits legen Sie natürlich auch Wert darauf, das gewisse Regeln eingehalten werden, damit dem Tier die ihm gebührende Achtung entgegengebracht wird.

  • Geben Sie Kindern zu verstehen, dass man "schlafende Hunde nicht wecken" soll. Sie müssen wissen, dass man einen Hund nicht berühren soll, wenn er gerade frisst oder schläft. Durch so eine unerwartete Berührung kann es zu feindseligen Reflexen durch das Tier kommen.
  • Binden Sie Ihre Kinder in die Pflege des Haustiers mit ein. Zeigen Sie ihnen, wie man den Futternapf füllt und dem Hund Wasser gibt oder wie man sein Fell bürstet. Wenn Ihr Hundchen nicht zu groß und schwer ist, zeigen Sie Ihren Kindern, wie sie ihn auf den Arm nehmen können, ohne ihm weh zu tun.

Wenn der Wauwau der Neuling ist

In Bezug auf die Anschaffung von Haustieren gibt es durchaus unterschiedliche Sichtweisen: Einige Leute trauen es sich zu, Kind und Hund gleichzeitig stubenrein zu bekommen, andere wiederum ziehen es vor zu warten, bis die Kinder aus den Windeln sind oder in die Schule kommen, bevor sie sich wieder daran machen, Unappetitliches aufzuwischen. Was auch immer Sie den Vorzug geben, es wird immer eine Periode des Übergangs geben. Hier einige Ideen dazu, wie Sie diesen Übergang so reibungslos wie möglich gestalten. Sie werden bemerken, dass die Anregungen denen ähneln, die im vorangegangenen Abschnitt über die Zeit nach der Geburt des Kindes bereits angesprochen wurden.

  • Sorgen Sie für eine diskrete Einführung des Vierbeiners.
  • Richten Sie einen Rückzugsbereich für den Hund außer Reichweite der Kinder ein.
  • Unterhalten Sie sich mit den Kindern eingehend darüber, wie mit Haustieren umzugehen ist, und machen Sie es anhand praktischer
    Beispiele deutlich.
  • Behalten Sie Kinder und Hund immer im Auge, wenn diese beisammen sind.

Kinder lernen vom Umgang mit Haustieren und die Tiere mögen die Anwesenheit von Kindern. Sorgen Sie immer dafür, dass in der gesamten Familie durch gegenseitige Achtung gesunde Beziehungen gepflegt werden. Dann können Sie sich unbesorgt den übrigen Aufgaben im Haushalt widmen, während sich Nachwuchs und Tier harmonisch gegenseitig unterhalten.