Giftige Lebensmittel Hund

Giftige Lebensmittel

was dürfen Hunde nicht essen?

Wenn eine Hundenase erst einmal etwas zum Fressen gewittert hat, können viele Hundebesitzer den treuen Augen ihres Vierbeiners kaum widerstehen. Und so landet schnell mal etwas im Hundemagen, was dem vielleicht überhaupt nicht bekommt.
So ist bei manchen Nahrungsmitteln nicht nur Ihre Widerstandskraft gegen den bittenden Hundeblick gefragt, sondern auch Vorsicht geboten, denn es gibt einige Lebensmittel, die für Ihren Hund giftig und sogar tödlich sein können.

Wo lauern Futterfallen?


Besonders in der Vorweihnachtszeit oder wenn die Verwandten zu Gast sind, riecht es im ganzen Haus verführerisch. Nun reicht ein Moment der Unachtsamkeit und der freche Vierbeiner mopst sich einen duftenden Happen aus der Küche. Schafft er das nicht, gibt ihm aber sicher die Oma später wieder etwas Leckeres von ihrem Teller ab.

Doch nicht nur zu Festlichkeiten lauern Futterfallen – auch im Alltag bleiben immer mal wieder angebrochene Schokoladen-Tafeln auf dem Sofa oder verbrannte Steaks auf dem Grill liegen. Aber nur, bis Ihr Hund einen unbeobachteten Moment ausnutzt.
Dem Frechdachs ist das nicht zu verdenken. So sind es eher Ihre Verwandten und Mitbewohner, die bei diesem Thema noch ein wenig Erziehung brauchen.

Auch beim Gassigehen ist Vorsicht geboten. Essensreste liegen fast überall herum. Und hat Ihr Hund erst einmal die Fährte gewittert, findet er sogar in tiefen Erdlöchern die halbleere Chipstüte.

Wie kann ich eine Vergiftung bei meinem Hund vermeiden?


Natürlich sollten Sie Ihren Familienmitgliedern deutlichmachen, was der Hund fressen kann und dass er keine Leckerlis vom Tisch bekommen darf – auch nicht, wenn sein Blick herzerweichend ist. Fällt beim Essen oder Kochen doch einmal versehentlich etwas auf den Boden, sollten Sie Ihrem Hund ganz schnell abgewöhnen, sich solche Lebensmittel zu stibitzen. Machen Sie sich auch klar, dass Ihr Hund kein Resteverwerter ist und übriggebliebene Lebensmittel von Ihrem Abendessen nicht in seinem Napf landen sollten.

Ebenso müssen Sie Ihrem Hund beibringen, dass er beim Spaziergang auf keinen Fall etwas vom Wegesrand essen darf. Denn nicht immer handelt es sich um harmlose Krümel – auch Zigarettenstummel, Kaugummis oder sogar Giftköder können auf der Straße liegen.
So ist die beste Lösung immer ein wohlerzogener Hund, dem Sie mit viel Konsequenz und keiner einzigen Ausnahme beibringen, dass er nur auf ein Kommando essen darf. Außerdem sollte Ihr Vierbeiner sofort auf ein „Nein“ oder ein „Pfui“ hören. Im besten Fall sollte Ihr Hund gar nichts vom Boden aufheben, was Sie nicht durch ein positives Kommando freigegeben haben. Der Hund kann Ihnen seinen spannenden Fund durch Blickkontakt, Sitz machen oder ein anderes Signal anzeigen und sollte dann auf Sie warten. Damit Ihr Vierbeiner nicht auf die Suche nach Essbarem und eventuell giftigen Ködern geht, sollten Sie den Hund während des Spaziergangs beschäftigen – so bleibt Ihre Fellnase beschäftigt und kommt gar nicht erst in Versuchung, auf Nahrungssuche zu gehen. Wenn Sie mit Ihrem Hund oft und konsequent üben, dass er für „schlechte Lebensmittel“ in seinem Maul ein Leckerli zum Tausch bekommt oder eine Belohnung kriegt, sobald er sich von etwas Essbaren abwendet, wird er das recht schnell begreifen. Übrigens bieten viele Hundeschulen mittlerweile ein hilfreiches Anti-Giftköder-Training an.

Wie erkenne ich eine Vergiftung bei meinem Hund?

Es gibt jedoch auch die frechen Hunde, die rund um die Uhr nur eines im Kopf haben: Futter. Sie erschnüffeln mit ihrer feinen Nase Essbares aus meterweiter Entfernung und lassen sich nicht so leicht befehlen, was sie essen dürfen und was nicht. Leider kann das fatale Folgen haben, denn ein Hundemagen verträgt nicht alles, was uns Menschen gut bekommt und schmeckt.

Sollte Ihr Liebling also doch mal etwas Unerlaubtes futtern, verfallen Sie nicht direkt in Panik, sondern achten Sie auf folgende Symptome, die auf eine Vergiftung hindeuten können:

  • Übermäßiger Speichelfluss
  • (Blutiger) Durchfall
  • Erbrechen
  • Zittern
  • Krämpfe
  • Schwäche
  • Trägheit
  • Fieber
  • Untertemperatur
  • Apathisches Verhalten
  • Tobsuchtsanfälle
  • Blutungen an den Schleimhäuten

Allerdings macht die Dosis das Gift. Hat Ihr Hund keine Vorerkrankungen und nur eine kleine Menge des schädlichen Lebensmittels gegessen, empfindet er vielleicht nur ein kleines Zwicken im Bauch, welches schnell wieder überwunden ist.

Was tun, wenn mein Hund sich vergiftet hat?

Bei einem Notfall, nämlich wenn mindestens eines der genannten Symptome auf Ihren Hund zutrifft, sollten Sie unverzüglich handeln.

Bewahren Sie Ruhe und wählen Sie die Nummer Ihres Tierarztes, einer nahegelegenen Tierklinik oder eines Tier-Notdienstes. Erklären Sie, welche Symptome Ihr Hund hat und dass Sie dahinter eine Vergiftung vermuten. Wenn Sie wissen, was Ihr Hund gefressen hat, sollten Sie dem Tierarzt auch diese Information mitteilen.

Viele panische Hundebesitzer neigen dazu, ein Erbrechen bei Ihrem Vierbeiner hervorzurufen – bitte überlassen Sie so etwas Ihrem Tierarzt, falls dieser Ihnen dies nicht ausdrücklich empfohlen hat.

Welche Lebensmittel sind giftig für den Hund?

Wenn Ihr Hund ein kleines Stückchen Schokolade stibitzt oder mal eine Weintraube in seinem Magen landet, kommt er sicher mit harmlosen Bauchschmerzen davon und Sie müssen sich keine Sorgen machen. Sollte Ihr Vierbeiner jedoch eine größere Menge der folgenden Lebensmittel vertilgen, müssen Sie Ihn danach ganz genau beobachten und im Falle einer Vergiftung den Tierarzt oder Tier-Notdienst zurate ziehen.

Diese Lebensmittel sind schlecht verträglich für Ihren Vierbeiner und lösen folgende Symptome aus:

  • Butter: Verdauungsprobleme
  • Rohe Eier: Hemmung der Aufnahme von Biotin, Salmonellen-Gefahr
  • Süßigkeiten: Übergewicht, Steigung und Senkung des Blutzuckerspiegels
  • Milchzucker: Durchfall, Verdauungsprobleme
  • Speck: Stoffwechselstörungen, Verdauungsprobleme
  • Knochen, vor allem gekochte und leicht splitternde Knochen: Verletzung des Mund-und-Rachenraumes durch Splitter, Verletzungsgefahr in Magen und Darm, Verstopfung

Diese Lebensmittel sind giftig für den Hund:

  • Rohe Hülsenfrüchte: Fieber, Leberschaden, Krämpfe, Magen-Darm-Blutungen, Erbrechen
  • Nachtschattengewächse, wie rohe Kartoffeln, Auberginen und Tomaten: Durchfall, Erbrechen, Reizung der Schleimhaut, Störung der Gehirnfunktion
  • Milch und Milchprodukte: Blähungen, Durchfall, Erbrechen
  • Süßstoff, wie Xylit: Schwäche, Koordinationsstörung, Kreislaufkollaps
  • Macadamianüsse, Mandeln und unreife Walnüsse: Schwäche, Durchfall, Fieber, Erbrechen, Muskelzucken, Krämpfe
  • Pilze: Schwäche, Erbrechen, Durchfall, Krämpfe
  • Obstkerne und Steinobst: Atembeschwerden, Atemnot, vermehrter Speichelfluss, Fieber, Erbrechen, Krämpfe
  • Kohl und Brokkoli: Reizung des Darms, Blähungen

Diese Lebensmittel können für den Hund sogar tödlich enden:

  • Avocados: Atemnot, Wasserbauch (Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle), Herzbeutelerguss, Erstickungsgefahr durch Kern
  • Alkohol: Erbrechen, Krampfanfälle, Atemnot
  • Zwiebeln: Erbrechen, Durchfall, roter oder brauner Urin, beschleunigter Herzschlag, beschleunigte Atemfrequenz, Appetitlosigkeit, Gelbsucht, blasse Schleimhäute
  • Knoblauch, Bärlauch und Schnittlauch: Erbrechen, Durchfall, roter oder brauner Urin, beschleunigter Herzschlag, beschleunigte Atemfrequenz, Gelbsucht
  • Schokolade und Kakao: Unruhe, Erbrechen, Krämpfe, Durchfall, Zittern, beschleunigter Puls, Atemnot
  • Weintrauben und Rosinen: Durchfall, Erbrechen, Teilnahmslosigkeit, Krämpfe, Nierenversagen
  • Softdrinks, wie Cola oder Energy-Drinks, Kaffee und Kaffeebohnen: Unruhe, Zittern, Fieber, Krampfanfälle, Durchfall, Erbrechen, Herz-Rhythmus-Störungen
  • Rohes Schweinefleisch: Juckreiz, Krämpfe, Schaum vor dem Mund, apathisches Verhalten, Ticks, Tobsucht, Wesensveränderung, Störung des Zentralen Nervensystems, Bewusstlosigkeit

Auch verdorbene Lebensmittel, stark gewürzte Speisen, Hundespielzeug aus weichem Plastik oder Medikamente für Menschen sind absolut nicht für Ihren geliebten Vierbeiner geeignet.

Achten Sie daher immer darauf, ihm hochwertiges und nährstoffreiches Futter zu geben, damit Sie gemeinsam mit Ihrer Fellnase eine lange, gesunde und glückliche Zeit haben.